Conny Böttger

Conny Böttger

Jede Anfrage bei uns hat es in sich, jedes Tier was gerettet werden soll, ist anders und das sind genau so ihre Menschen, die sie gesehen haben und sich entschlossen sie zu retten bzw. schon gerettet haben. Wenn wir ein Rind oder mehrere Rinder gemeinsam retten wollen, erschrecken sich die Menschen, die noch nie etwas damit zu tun gehabt haben, regelrecht, was alles nötig ist, denn wir haben hier keinen Hund oder Katze, die wir nach Adoption/Rettung einfach mit nach Hause nehmen können. Ehrlich? Ich war völlig überfordert als ich die letzte Kuh meines Großvaters retten wollte und ich hatte verdammt wenig Zeit, denn ich erfuhr erst zwei Tage zuvor, dass sie wegfahren sollte. Da stehst du da und brauchst Papiere, musst Verträge erstellen (Kaufvertrag, Pensionsvertrag), musst wissen ob sie die reguläre Blutuntersuchung hatten, wie ein Transport aussehen muss, wie zu vergesellschaften wäre usw. Dir schwirrt der Kopf und du musst verdammt stark sein und über deine Grenzen vielleicht auch mal hinausgehen. Ja, ein Rind zu retten bedeutet viel Aufregung und man ist manchmal mitten in einem für sich selbst gefühltem Kuh-Krimi, denn die ganzen "Hausaufgaben" müssen gemacht werden, die Finanzierung geklärt und die Emotionen in Schach gehalten werden, damit man keine "Schnappatmung" bekommt. Aber ich bin dann immer an der Seite und "coache" aus der Ferne und bleib immer abrufbar im Hintergrund. Bei Rettungsaktionen stehe ich mit den Rettern meist schon 2 Wochen vorher intensiv in Kontakt und muss manchmal auch trösten, Kraft schicken und ermutigen sich für das Tier einzusetzen, komme was wolle, denn wenn der Tag der Rettung kommt, sprühen die Herzen vor Glück über und dieser Tag wird ganz oft DER UNVERGESSLICHE TAG, der mit Glückstränen und absoluter Erleichterung endet. Dennoch gibt es auch andere Retter, für die man sich fremd schämen geht und Landwirte versteht, wenn sie sich von Tierschützern abwenden, weil zu wenig Sachverstand und Verantwortung für die Tiere besteht. Dies wiederum kennen auch Tierheime oft genug.